glossar.brave-hunde.de

Just another WordPress site

Instinkt


von

Noch immer wird der Begriff „Instinkt“ häufig verwendet. Er bezeichnete ein angeborenes Verhalten, das [ad#160×600-rechts]in bestimmten Situationen abläuft und dem Tier dadurch nützlich ist, dass es ohne weiteres „Nachdenken“ zu der gerade zielführenden Reaktion führt. Natürlich kann eine solche Reaktion auch manchmal im unpassenden Moment ausgelöst werden und dann ist die Nützlichkeit für das Tier oft infrage gestellt.

Nach Konrad Lorenz wurde der Begriff Instinkt durch das Wort „Erbkoordination“ ersetzt. Das bezeichnet sicher treffender und leichter begreifbar, dass es sich hierbei um ein angeborenes, also von den Vorfahren geerbtes und in den Genen verankertes Können handelt. Dieses Können wird durch so genannte Auslöser oder Schlüsselreize abgerufen. Das fängt bei unseren Hunden zum Beispiel schon ganz früh an: der Welpe führt aus dieser Erbkoordination heraus die passenden Suchbewegungen aus, um an die Zitze der Mutterhündin zu gelangen um dort wieder einen passenden Schlüsselreiz als Auslöser dafür zu finden, diese Zitze zu erfassen und mit dem Saugen zu beginnen. Ebenso sind viele Elemente des Jagdverhaltens auf solche angeborenen Erbkoordinationen zurückzuführen, so dass es schon einiger Kenntnisse und Maßnahmen bedarf, um einen Hund wildrein zu bekommen. Darunter versteht man, dass der Hund eben nicht seinem ererbten Impuls nachgibt und das Wild nicht hetzt. Sicher wird jeder Hundefreund noch viele Beispiele für Gelegenheiten kennen, in denen die Hunde solchen früher als Instinkt bezeichneten Situationen begegnen und dem entsprechend reagieren. Ganz falsch ist es übrigens, solche ererbten Verhaltensweisen durch Gewaltmaßnahmen wie etwa Elektroschocks unterdrücken zu wollen. Eine klare Information über die Schäden, die den Hunden psychisch und physisch durch den Einsatz solcher Geräte zugefügt werden gibt anschaulich die Dissertation „Stresserscheinungen beim praxisähnlichen Einsatz von elektrischen Erziehungshalsbändern beim Hund“ der Tierärztin Juliane Stichnoth Auskunft, die ich jedem dringend zur Lektüre empfehle, der in irgendeiner Form über die Anwendung solcher Geräte nachdenkt. Übrigens gibt es inzwischen weit reichende Anwendungsverbote für verschiedene Bereiche. Hoffen wir, dass diese nicht aufgeweicht werden.

[ad#336×280-center]

Tags: Hunde-ABC I

Seiten mit ähnlichen Themen ↓

  • Ein Hund ist ein Hund und daher hat er die Bedürfnisse eines Hundes und nicht die eines Menschen!

Hinterlasse ein Kommentar