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Jagdtrieb


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Der Jagdtrieb ist eine fundamentale Eigenschaft der hundeartigen Tiere und damit auch des Wolfes. Er ist den Haushunden in unterschiedlichem Maße erhalten geblieben.

[ad#300×250-rechts]Ohne Jagdtrieb kann ein frei lebendes Raubtier natürlich nicht überleben. Daher hat er sich wohl auch in den Vorfahren der Wölfe schon sehr früh entwickelt. Das heißt, dass der Jagdtrieb stammesgeschichtlich in diesen Tierarten uralte Wurzeln hat. Je früher eine Eigenschaft in der Stammesgeschichte unter den Vorfahren einer Tierart auftaucht, als umso stärker gilt sie im allgemeinen.

Nun sind unsere Hunde allerdings keine Wölfe mehr. Sie haben sich ab einem bestimmten Punkt durch die Domestikation in einer Art „Parallelevolution“ von den Wölfen weg entwickelt. Dabei hat sich die Abstammungslinie „Hunde“ im Zuge der Domestikation den Daseinsbedingungen im Zusammenleben mit den Menschen immer mehr angepasst. Genau genommen: Sie ist angepasst worden, denn durch die Zuchtwahl wurden ja Hunde zur Vermehrung gebracht, die den Vorstellungen des Menschen eher entsprachen als andere.

[ad#160×600-links]Die Domestikationsforschung hat verschiedene Mechanismen aufgedeckt, die bei Haustieren vermehrt zu der Entstehung von so genannten Mutationen führen. Das heißt es treten mehr sprunghafte Veränderungen im Erbgut auf als bei Wildtieren. Aufzuzählen, welche das sein können oder welche nachgewiesen daran beteiligt sind, würde den Rahmen dieses kleinen Artikels weit sprengen. Jedenfalls hatten die Menschen die Möglichkeit, unter immer mehr Variationen der Hunde diejenigen auszuwählen, die sie bevorzugen wollten.

Solche Mutationen können auch Eigenschaften des Verhaltens betreffen, nicht nur Äußerlichkeiten. Und damit bin ich wieder beim Jagdtrieb: der Jagdtrieb ist in den heutigen Hunden durch diese Veränderungen und Zuchtbemühungen in sehr unterschiedlichem Maße vorhanden. Dabei kann man nicht unbedingt für alle Exemplare einer Rasse gültigen Regeln aufstellen, denn auch innerhalb von Rassen gibt es eine gewisse Variationsbreite. Jedenfalls gibt es tatsächlich auch wenige Hunde, denen der Jagdtrieb vollständig abhandengekommen ist. Sie sind allerdings nicht leicht zu finden, aber im Lauf der letzten fünf Jahrzehnte habe ich doch immer mal wieder einen kennen lernen können, der wirklich gar keine Anzeichen gezeigt hat, wenn er einem flüchtigen Hasen nachsah.

Der Normalfall ist natürlich, dass Jagdtrieb vorhanden ist und der Hundehalter muss ein gewisses Maß an Aufwand treiben, um diesen in regulierbare Bahnen zu leiten oder den Hund eben daran zu hindern, diesen Jagdtrieb auszuleben. Bei einigen Hunden ist der Jagdtrieb natürlich hoch erwünscht, das sind diejenigen die im jagdlichen Gebrauch geführt werden. Der Jagdtrieb dieser Hunde kann ganz differenzierte unterschiedliche Ausprägungen haben, je nachdem wo rauf in die entsprechende Rasse selektiert wurde, das heißt für welchen Gebrauch im Bereich der Jagd sie gedacht ist.

Aber auch andere Gebrauchseigenschaften haben ihren Ursprung in diesem Jagdtrieb. Zum Beispiel das Hüten oder das Suchen. Hier wurden die Vorfahren der Hunde de danach ausgesucht, wie der Jagdtrieb in veränderter Form auftrat und plötzlich andere Nutzbarkeiten erkennbar wurden.

Aufgrund der genannten Zusammenhänge ist es eine echte Herausforderung, einen Hund wildrein zu machen, sofern er mit Jagdtrieb gesegnet ist aber nicht für die Jagd eingesetzt werden soll.

Der für viele Hundehalter so lästige Jagdtrieb ist also Fluch und Segen gleichzeitig. Es kommt ganz auf das Auge des Betrachters an.

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Tags: Hunde-ABC J

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