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Leckerlies


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Für die einen sind sie das Erziehungsmittel schlechthin, andere wenden sie nicht oft an und einige Hunde kann man damit zu gar nichts veranlassen: die Leckerlies.

[ad#160×600-rechts]Manche Leute meinen, dass man ohne Leckerlies in der Tasche mit dem Hund nicht aus dem Haus gehen sollte. Es ist auch richtig, dass es Hunde gibt, die für ein Belohnungshäppchen beinah alles tun. Allerdings nur solange, wie nicht irgendetwas anderes viel interessanter ist als das Leckerlie.

Ein Hund, der ausschließlich auf die fressbare Belohnung wartet, sieht eventuell in seinem Menschen gar nicht das, was er darin sehen sollte: einen echten Partner. Eigentlich sollte es ausreichen, den Hund verbal zu loben oder ihn freundschaftlich zu tätscheln. Er sollte nämlich aufgrund des gegenseitigen gefestigten Verhältnisses richtig reagieren wollen und nicht, um ein Futterhäppchen zu ergattern. Nur eine stabile Beziehung zwischen Hundehalter und seinem Hund ist eine wirklich reelle Basis, um erzieherisch einzuwirken oder Gehorsam zu erwarten.

Es gibt auch Hunde, überhaupt keinen Wert auf Leckerlies legen. Sei es dass sie ohnehin nicht zu den verfressenen im Lande gehören oder dass sie draußen unterwegs einfach mehr Anteil an ihrer Umgebung nehmen als an der Möglichkeit irgend etwas aufzufuttern. Einem solchen Hund braucht man von vornherein mit Leckerlies nicht kommen. Man spricht damit höchstens die eigene Position bei diesem Tier.

Ich wüsste auch nicht, dass es irgend eine Beobachtung gibt, die belegt, dass Wölfe oder im Rudel lebende Hunde eine Belohnung in Form von Futter verteilen, wenn Welpen oder Junghunde wunschgemäß reagiert haben. Daraus folgt, dass die Belohnung mit Futter für den artgerechten Umgang letztlich verzichtbar ist, meine ich.

Allerdings finde ich Leckerlies durchaus hilfreich und wende sie auch an, wenn es darum geht einem Leckerlies-empfänglichen Hund etwas Neues zu erklären. Aber nachdem der Hund begriffen hat, worum es geht, lasse ich die Leckerlies natürlich wieder weg. Dann genügt ein ganz normales Lob. Wenn ein Hund etwas gelernt hat, was ihm von der Sache her schon Spaß macht, dann erübrigt sich die Belohnung mit einem Häppchen ohnehin schon ganz von selbst.

Jedem, dessen ganzer Einfluss auf seinen Hund nur von Leckerlies abhängt, kann ich nur empfehlen, seine Einstellung zu überdenken und zu versuchen, eine stabilere Basis zu erreichen.

Wie will man Hunde ohne Leckerlies ganz stark beeinflussen kann, das habe ich unter dem Stichwort „Freude“ beschrieben.

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Tags: Hunde-ABC L

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  • 1 Anja // Mrz 28, 2011 at 21:27

    Hallo Herr Heinenberg,
    ich muss noch 13 Tage warten bis ich meinen neuen Mitbewohner abholen darf. Da ich die Zeit kaum abwarten kann lese ich ein wenig im Internet „herum“.
    Dabei bin ich auf Ihre Seite gestoßen und wollte mal ein ganz dickes Lob aussprechen. Ich teile Ihre Ansichten – vor allem möchte ich einen Hund, der sich freut zu mir zu kommen und nicht zu mir kommt weil er sich freut ein Leckerlie zu erhaschen. Nein das will ich wirklich nicht. Ich hoffe, dass sich das Suchen nach dem „Richtigen“ gelohnt hat (leider habe ich nicht die Möglichkeit ihn erstmal zu beschnuppern, da der kleine Kerl 800 km entfernt auf einer Pflegestelle sitzt, daher werde ich innerhalb von 1 – 2 Stunden entscheiden müssen, ob ich ihn mitnehmen werde oder die 1600 km halt umsonst gefahren bin).
    Nein das wollte ich doch alles garn nicht sagen, ich wollte sagen: Sie haben sich viel Mühe gemacht und ich hoffe viele Leute lesen Ihre Seite – auch wenn ich eigentlich bereits Ihre Ansichten teile hat es mich in meinem Vorhaben nochmals bestärkt aus dem kleinen Henry einen „echt braven Hund“ zu machen.

    Danke

  • 2 Eckbert // Mrz 29, 2011 at 17:36

    Hallo Anja,
    Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude! Allerdings gilt das für Hunde so wohl nicht, denn wenn er erst da ist, wird er hoffentlich jeden Tag eine Freude sein.

    Natürlich freue ich mich sehr über Ihre Worte zu meinen Hunde-Seiten. Manchmal mache ich tatsächlich eine längere Sreibpause – es kommt eben vor, dass man nach einiger Zeit einfach keinen Output hat. Und dagegen helfen Leute wie Sie am besten, die einem ein Stück neuen Auftrieb zum Weiterschreiben geben.

    Aber warum haben sie nur 1 bis 2 Stunden Zeit, um sich über Ihr neues Hündchen klar zu werden? 1600 km an einem Tag abzurollen finde ich schon ziemlich reichlich. Ich bin auch mal 1800 am Stück gefahren, aber das würde ich nicht mehr tun, es ist einfach stressig und je länger man fährt, umso gefährlicher wird es bekanntlich auch. Wenn dann noch ein paar Staus dazukommen…

    Bei der Entfernung liegt doch sicher auch noch eine Übernachtung im Hotel drin. Dann können Sie sich mit dem Hündchen bekannt machen und haben länger als nur 2 Stunden Zeit dazu. Danach könnten Sie die ganze Sache überschlafen, am nächsten Morgen wieder hingehen und dann eine Entscheidung treffen. Das müsste ein neuer Bund fürs Leben doch eigentlich wert sein, oder? Danach könnten Sie in Ruhe nachhause fahren und unterwegs ein paar Pausen machen für sich selbst und für das Hündchen. Was meinen Sie zu diesem Vorschlag?

    In jedem Fall wünsche ich Ihnen viel Freude an und mit Ihrem neuen hundlichen Begleiter.

    Gruß, Eckbert

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