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Zucht, Hundezucht


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Die Hundezucht ist ein nicht immer segensreiches Wirken von Menschen, die am lebendigen Tier gestalterisch tätig sein möchten. Leider vergessen die Züchter unter den Menschen nur allzu oft die eigentliche Natur der von Ihnen gezüchteten Tiere.

[ad#160×600-rechts]Das beschränkt sich nicht allein auf die Hundezucht. Es kommt auch in anderen Bereichen zu so genannten Qualzüchtungen. Das sind Tiere, die in ihren lebensnotwendigen Funktionen des Organismus beeinträchtigt sind. Daneben gibt es diverse nicht sofort offensichtliche oder weniger krasse Veranlagungen, unter deren Auswirkungen die betroffenen Hunde im Lauf ihres Lebens leiden müssen.

Obwohl sogar in den allgemeinen informierenden Medien immer wieder auf dieses Problem hingewiesen wird und obwohl es bereits gesetzliche Beschränkungen gibt, ist dieses Vorgehen naturentfremdeter Tierzüchter und Tierhalter offenbar nicht auszurotten.

Besonders deutlich wird das auch an der derzeitigen Mode, sich kurznasige Hunde mit rassetypischen Atemproblemen zuzulegen. Nie sah man in den letzten Jahrzehnten so viele Mopse wie heute, um nur eine jetzt überaus häufige der betroffenen Rassen zu nennen.

Man kann sich nur fragen, wie es möglich ist, dass naturentfremdete Menschen sich trotz dieser Entfremdung mit Tieren befassen wollen. Jedem Tierfreund, der den Tieren ihre Vitalität und Tierlichkeit gönnt und sich genau daran erfreut, läuft beim Anblick künstlich verzüchteter Kreaturen ein kalter Schauer den Rücken herunter.

Wer Tiere ausschließlich aufgrund von Äußerlichkeiten oder weil es für schick oder etwas Besonderes gehalten wird, womöglich von dümmlich-oberflächlichen Modetrends diktiert, hält oder züchtet, der ist für meinen Begriff noch nicht mal wert, ein Tier überhaupt auch nur ansehen zu dürfen. Geschweige denn eins zu besitzen, erst recht nicht damit zu züchten.

So ist es also nicht garantiert, dass man bei einem Züchter auf einen wahren Tiermenschen trifft.

Das heißt natürlich nicht, dass es nicht auch solche gibt, die mit bestem Wissen und Gewissen der Vitalität ihrer Tiere den Vorzug vor kleinkarierten äußeren Merkmalen geben.

Beispielsweise ist mir mal ein Züchter von Hunden einer größeren Rasse begegnet, der höchst engagiert an diese Zucht herangegangen ist und sie dann aufgrund dieses hohen Engagements wieder aufgegeben hat. Er sagte mir in etwa wörtlich: „Bei dem Ausmaß an genetischen Defekten, die in dieser Rasse bereits vorhanden sind, kann ich ruhigen Gewissens nicht mehr weiterzüchten. Ich höre nicht deshalb auf zu züchten, weil ich die Hunde nicht mehr leiden mag, sondern – ganz im Gegenteil – genau darum sagt mir mein Gewissen, dass ich damit nicht weitermachen sollte.“

Es ist leider so, dass man nur bei wenigen Rassen nicht auf Defekte stößt, die weiter vererbt werden. Es wäre wirklich segensreich, wenn die Hundezucht in ihrer Gesamtheit weniger auf das perfekte Äußere und mehr auf Gesundheit, Lebensfähigkeit und das Wesen ihrer Tiere aus wäre. Dem müssen ja nicht sämtliche rassetypischen Unterschiede zum Opfer fallen, es wird sie trotzdem weiter geben. Aber die totale Einheitlichkeit erreichen zu wollen ist unnatürlich und lebensfremd. Sind doch selbst in Wildtierbeständen, die auf den ersten Blick klar erkennbar war einheitlich aussehen, ganz große individuelle Unterschiede in den Populationen vorhanden. Eine solche Fluktuation an Unterschiedlichkeit sollten die Züchter für meinen Begriff auch den Individuen ihrer jeweiligen Rasse gönnen können!

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Tags: Hunde-ABC Z