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Bekanntschaft machen


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Was tun Leute nicht alles, um mit einem Hund in Kontakt zu kommen! Ganz viele merken dabei gar nicht, dass sie sich selbst niemals gefallen lassen würden, was sie einem fremden Hund zumuten wollen.

[ad#160×600-rechts]Jetzt denken bestimmt viele, dass ein solcher Satz nach der Vermenschlichung von Tieren klingt. Da ist mal wieder so ein Grenzbereich erreicht, wie ich ihn schon in den Zeilen zum Thema Vermenschlichung angesprochen habe. Natürlich will ich nicht eins zu eins vergleichen, was ein Hund oder ein Mensch empfinden mag.

Aber es ist manchmal schon sehr krass, was man da zu sehen bekommt. Und das nicht nur bei Leuten, die mit Hunden überhaupt noch nichts zu tun gehabt haben. Es gibt auch Hundehalter, die können es nicht lassen, zu allen möglichen fremden Hunden Kontakt aufnehmen zu wollen. Ich frage mich dann immer, was diejenigen wohl sagen würden, wenn ein Fremder das bei Ihrem Hund so machen würde. Aber ich habe inzwischen begriffen, dass, so unbegreiflich es auch ist, ein gewisser Prozentsatz von diesen Hundebesitzern sogar begeistert ist, wenn Leute sich an Ihren Hund heranmachen. Aber hier geht es ja gar nicht darum, dass Leute das tun, sondern darum, wie sie es tun.

Da wird schnurstracks auf den Hund zugesteuert und die Hand nach ihm ausgestreckt. Dabei wird albern geredet und in keiner Weise darauf geachtet, ob der Hund vielleicht ausweicht, abweisend wird oder gar nicht reagiert. Auf die Frage, was das soll, bekommt man meistens keine oder eine eher patzige Antwort.

Aber es gibt auch den Fall, dass man ganz zu Recht und sinnvoll an Hund herankommen will oder muss und dann ist das oben beschriebene Vorgehen in aller Regel die falsche Methode. Besonders dann, wenn ein Hund ängstlich oder zurückhaltend ist. Auch wenn es mit ein bisschen Ausdauer manchesmal klappt und derjenige, der da agiert, sich dadurch bestätigt fühlt.

Wesentlich vertrauensvoller wird der Hund bald sein, wenn man ihm die Zeit lässt, die er von sich aus braucht. Dazu ist es lediglich erforderlich, abzuwarten bis er von selber kommt. Das stellt das gegenseitige Verhältnis auch von vornherein auf eine viel praktischere Basis. Wer sich anbiedert, hat immer etwas von Unterlegenheit. Die steht dem Hund doch wesentlich besser als dem Menschen. Auf diese Weise braucht man das Tier nicht bedrängen und nicht anbetteln, sondern die Lage ist genau umgekehrt. Man kann sich dann herbeilassen und erlauben, dass der Hund Kontakt aufnehmen darf. Wenn es ein Hund ist, mit dem man in Zukunft mehr zu tun haben wird, dann wird man von diesem Abwarten von Anfang an und nach langer Zeit immer noch profitieren können. Es ist die Zeit also immer wert.

[ad#160×600-links]Ganz besonders bei ängstlichen Hunden kommt es darauf an, sie auch nicht zu nötigen. Sich aufzudrängen und den Hund „zwangszukontaktieren“ ist zwar kein Betteln und kein Anbiedern aber es schafft natürlich keinerlei Vertrauen. Dabei ist gerade die erste Phase des Sich-Kennenlernens mit einem erwachsenen oder halbwüchsigen Hund ganz besonders wichtig.

Wer sich einem selbstbewussten fremden Hund plump aufdrängt, braucht sich auch nicht wundern, wenn dieser Hund mal eben schnappt. Das hat mit gefährlicher Aggression gar nichts zu tun, sondern heißt lediglich „lass mich in ruh“ und ist dem aufdringlichen Menschen allein zuzuschreiben, weil er die vorher normalerweise immer gegebenen eindeutigen Signale des Hundes missachtet hat.

Dann gibt es noch den Fall, dass man mit einem Hund zu tun haben muss oder will, der eher selbstbewusst ist und vielleicht auch schon gelernt hatte, sich durchzusetzen, um es harmlos auszudrücken. Solche Hunde gehören natürlich in die Hand eines erfahrenen Hundemenschen und ich möchte hier nichts darüber schreiben, wie ich es anstelle, dass der Hund dann doch mit mir geht und auf mich reagiert. Denn wenn jemand ohne eigene Erfahrungswerte und vielleicht für solche Situation nicht passender Mentalität – das ist ganz wichtig – so etwas probieren sollte, nur aufgrund einer Beschreibung, dann könnte das glattweg schief gehen. So etwas will nämlich gelebt werden, in jeder Situation wieder anders, und wer technokratsch-bürokratisch-langweilig-korrekt Arbeitsanleitungen umsetzen will, wird rettungslos stranden. Das „Geheimnis“ wird sich eh jeder selbst zusammenreimen können, der Brave-Hunde.de wirklich gelesen hat. Es gibt jedenfalls Leute, die generell lieber Briefmarken sammeln sollten, als sich mit einem Hund zu befassen – denn die leben auch nicht….

Es gibt auch Hunde, die passen einfach nicht zu einem. Ich kann mich in diesem Zusammenhang gut an eine Fila-Hündin erinnern, mit der zu arbeiten ich nicht bereit war. Ihre Art zu reagieren lag mir eben garnicht. Und auch diese Erkenntnis gehört zum Bereich „Bekanntschaft machen mit einem Hund“. Man sollte die eigenen Grenzen kennen oder erkennen, akzeptieren, dass nicht jeder zu jedem passen kann und nicht Dinge tun, von denen man von vornherein meint, dass sie nicht glücken werden. Damit würde man weder sich noch den beteiligten Hunden einen Gefallen tun.

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Tags: Hunde-ABC B

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