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Befehle


von

Vielen, wenn nicht sogar den meisten Tierfreundinnen und Tierfreunden ist die Vorstellung, ihren Tieren Befehle zu erteilen, nicht sympathisch.

[ad#160×600-rechts]Mir auch nicht. Denn Verhältnisse, die auf Befehl und Gehorsam basieren, sind für meinen Beriff eigentlich immer von Übel, egal ob man der ist, der den Befel bekommt, oder der, der ihn erteilt. Aber die deutsche Sprache hält leider kein passenderes Wort bereit, um die folgenden Zusammenhänge kurz und bündig auszudrücken. Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass wir genau das tun, wenn wir von unserem Hund etwas verlangen: wir müssen es ihm befehlen.

Denn Hunde sind weder zuverlässig noch zufrieden, wenn man sachlich-rational argumentierend, gleichberechtigt, antiautoritär oder auf Gefälligkeitsbasis mit ihnen umgehen will. Es gibt nur ja oder nein, das ist im Hauptteil von brave-Hunde.de bereits ausführlich zur Sprache gekommen. Zu den naturgegebenen Grundbedürfnissen von Hunden gehört eine klare Rangordnung. Das ist eine hierarchische Struktur, in der genau festgelegt ist, wer von wem etwas verlangen darf und wer zu tun hat was welcher andere anordnet.

Es ist also durchaus keine Schikane, wenn jemand von seinem Hund Gehorsam verlangt. Ganz im Gegenteil: mit dem verlangten Gehorsam wird dem Hund die sichere Atmosphäre verschafft, die er für seine innere Zufriedenheit unbedingt benötigt.

Warum sichere Atmosphäre durch Gehorsam? Einfach deshalb, weil der Hund die Sicherheit des Wissens über das gegenseitige Verhältnis unverzichtbar braucht. Hat er diese Sicherheit nicht, so ist seine innere Ruhe dahin und er wird nicht rasten, bevor er von sich aus eine solche Sicherheit durch klare Verhältnisse hergestellt hat. Er tut das nicht unbedingt, weil er die ranghohe Position einnehmen will, es sei denn, dass er ein Kopfhund-Typ ist, in dessen Natur es liegt, ranghoch zu sein. Er tut das deshalb, weil eine Lebenssituation in unklaren Verhältnissen zu den Sozialpartnern seiner innersten Natur vollkommen widerspricht. Wenn also der Mensch nicht diese Klarheit in der Rangordnung herstellt, dann entzieht er seinem Hund einen wichtigen Grundpfeiler seiner psychischen Lebensansprüche. Darum ist es dem Hund in einem solchen Fall nicht möglich, nichts zu tun. Und notfalls – wirklich nur notfalls, weil die innere Not es ihm gebietet – muss er eben versuchen, die Klarheit herzustellen, indem er selbst die ranghöhere Position zu vertreten hat.

[ad#160×600-links]Der wahre Tierfreund ist eindeutig kein Egoist und kein Egozentriker, sondern ein Mensch, der versucht und die Fähigkeit entwickelt, einem vollkommen anderen Lebewesen gerecht zu werden, indem er sich objektiv hineindenkt und ihm die Lebensumstände verschafft, die seiner Art gemäß sind. Zur artgerechten Haltung gehört nun einmal sehr viel mehr als nur das richtige Futter und eine passende Unterbringung. Zur artgerechten Tierhaltung gehört eben auch, dass die psychischen Bedürfnisse des betreffenden Tieres volle Beachtung finden. Das ist nicht ein bisschen weniger wichtig, als die artgerechte Unterbringung, Verpflegung und Bewegung. Denn es ist untrennbar mit dem Leben eines höheren Tieres verbunden, dass die psychische Ausgeglichenheit in diesem seinem Leben gewährleistet sein muss.

Und wenn das gehaltene Tier einer Art angehört, die wie unsere Hunde in sozialen Verbänden mit klarer Hierarchie lebt, dann ist es die allererste Pflicht des wahren Tierfreundes, als Tierhalter dieser Grundveranlagung seines Tieres gerecht zu werden und dem entsprechend mit seinem Tier umzugehen. Sich durchzusetzen und einen klaren Befehl zu erteilen heißt also nicht, den Partner Hund zu unterdrücken. Ein Befehl kann im Umgang mit Hunden eben durchaus auch aus wohlwollender, zugeneigter, sachkundiger und einfühlsamer Motivation heraus erteilt werden.

Diejenigen, denen das Wort und die Vorstellung „Befehl“ bisher eher unsympathisch waren, bekommen vielleicht eine positive Einstellung zu diesem Wort und Handeln, wenn sie es unter dem Aspekt der oben dargestellten Zusammenhänge sehen. Denn es ist unbedingt erforderlich, dass der gegebene Befehl mit voller Überzeugung „von innen heraus“ kommt und nicht aus dem Gedanken, dass man jetzt ja wohl befehlen müssen wird. Dann kommt meist nur eine ziemlich leere Worthülse zustande, ganz egal wie laut einer da schreit. Nur der überzeugt gegebene Befehl wird der Situation und dem Hund gerecht und erfüllt tatsächlich seinen Zweck.

Sich all diese Zusammenhänge klarzumachen, gehört zur Entwicklung der eigenen mentalen Einstellung und Motivation dazu, meine ich, wenn man als Hundehalter ein Problem damit hat, seinem Hund artgemäß klare Befehle zu geben und durchzusetzen.

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Tags: Hunde-ABC B

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